
Tadaaa: Die Lichtenbergschule hat jetzt auch ein WaldKUNSTklassenzimmer, das künftig Schüler:innen und Lehrkräften die Möglichkeit bietet, Unterricht unter freiem Himmel abzuhalten und das bald über das Buchungssystem des Schulportals gebucht werden kann.
Video WaldKUNSTklassenzimmer
Der besondere Lern- und Erfahrungsraum direkt am Rand des Naturschutzgebiets der Bessunger Kiesgrube ist in enger Zusammenarbeit zwischen der Lichtenbergschule Darmstadt, dem Internationalen Waldkunstzentrum und Künstler:innen aus der Region entstanden.
Mit diesem Projekt beteiligte sich der Waldkunstverein am Programm der World Design Capital Frankfurt Rhein-Main 2026, das unter dem Leitgedanken „Design for Democracy“ zahlreiche Veranstaltungen in der Region bündelte.
Bei der ersten Ausstellung im WaldKUNSTklassenzimmer mit dem Titel „Natur-Kunst-Demokratie: Das WaldKUNSTklassenzimmer“ waren insgesamt 13 Klassen der Lichtenbergschule aus den Jahrgangsstufen 6 bis Q2 mit rund 400 Schüler:innen beteiligt. Der Schwerpunkt lag im Fach Bildende Kunst, ergänzt durch weitere Fächer wie Deutsch, Englisch und Musik.
Ein wesentliches Merkmal war die Kooperation von regionalen Künstler:innen und Lehrkräften im Teamteaching. Über ein ganzes Schuljahr hinweg begleiteten sie gemeinsam die Schüler:innen darin, vielfältige gestalterische Ansätze zu entwickeln – von Malerei und Zeichnung über plastisches Arbeiten und experimentelle Druckverfahren bis hin zu Film, Lyrik und Musik – und sich dabei zugleich mit gesellschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen.
Im Zentrum stand die Beschäftigung mit dem Wald als vielschichtigem Lebensraum, als Geflecht von Pflanzen, Tieren, Pilzen und Menschen. Dabei rückten Themen wie Nachhaltigkeit, Mitbestimmung und Verantwortung in den Fokus. Der künstlerische Prozess eröffnete hierbei einen Erfahrungsraum, in dem demokratische Prinzipien praktisch nachvollziehbar wurden.
So gestaltete die Klasse 6a zentrale Elemente des WaldKUNSTklassenzimmers mit. Ein Schwerpunkt lag auf der Arbeit mit Lehm, der durch eingearbeitete Naturmaterialien und Fundstücke aus der Umgebung eine besondere Ausdruckskraft erhielt. Die Klasse 9e entwickelte überdimensionierte Baumpilze, die anschließend vor Ort an den Bäumen installiert wurden, während die Klasse 6b Blättermandalas anfertigte, die im Wind tanzen.
Bevor dort unterrichtet werden konnte, musste das Gelände jedoch vorbereitet werden. Im Herbst vergangenen Jahres wurden Brombeerhecken, Brennnesseln und dichter Wildwuchs entfernt, um Platz für den neuen Lernort zu schaffen.
Nach der Winterpause nahm das Projekt rasch Gestalt an. Es entstanden großzügige Holzkonstruktionen, die weit mehr als ein herkömmliches Klassenzimmer bieten. Herzstück ist eine mehrstufige Plattform für Unterricht, Vorträge und Versammlungen. Hinzu kommen Bereiche für Gruppenarbeit an Tischen, überschattet von Sonnensegeln, sowie eine Torkonstruktion, eine Rückzugsnische und eine überdachte halbkreisförmige Wand, die als Grundlage für das Lehmprojekt der 6a diente. Verarbeitet wurden langlebige Hölzer von Douglasie, Robinie und Eiche.
Das WaldKUNSTklassenzimmer entwickelt sich so zu einem dauerhaften Ort, an dem künstlerische Praxis, demokratische Bildung und nachhaltiges Denken miteinander verbunden werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei das unmittelbare Erleben der Natur. Während der Aufbauarbeiten begegneten den Beteiligten bereits zahlreiche Tiere, die sich hoffentlich gleichermaßen auch während der Unterrichtseinheiten zeigen. Neben einer Blindschleiche, Hasen, dem Fuchs und Mäusebussarden wurde sogar der seltene Pirol gesichtet.
Das Projekt führt die langjährige Zusammenarbeit zwischen der Lichtenbergschule und dem Internationalen Waldkunstzentrum fort. Geleitet wurde das Vorhaben durch das eingespielte Team Kim Rathnau (Waldkunstzentrum) und Ilka Brosch (Lichtenbergschule), die es gemeinsam koordinierten und kuratorisch verantworteten. Uli Muders und Ute Ritschel unterstützten das Projekt von Seiten des Waldkunstvereins.
Das WaldKUNSTklassenzimmer wurde im Rahmen des Förderprogramms KunstVOLL durch den Kulturfonds Frankfurt Rhein-Main gefördert. Weitere Mittel kamen von der Wissenschaftsstadt Darmstadt, dem Förderverein der Lichtenbergschule für die Realisierung des WaldKUNSTklassenzimmers sowie von der Europaschule der Lichtenbergschule, die das Projekt im Kontext ihres Profils zur demokratischen und europäischen Bildung unterstützte. Auch die Profilschule Kulturelle Bildung mit dem Schwerpunkt Literatur brachte wichtige Impulse ein und stärkte die Verbindung von Kunst, Sprache und gesellschaftlicher Reflexion. Darüber hinaus war der Fachbereich Gestaltung der Hochschule Darmstadt mit einem eigenen Projekt beteiligt.
Weitere Informationen zu den einzelnen Klassenprojekten finden sich unter:






